Carl Huter
(1861 - 1912)

Psycho-Physiognomik
nach
Carl Huter

 

Sinn der Psycho-Physiognomik

Jeder Mensch bildet sich Vorurteile. Dieser Vorgang läuft automatisch ab und ist eine Schutzfunktion unseres Körpers. Die Vorurteile sind wichtig für uns im Umgang mit anderen. Durch sie sind wir in der Lage, Neues und Fremdes (in Schubladen) einzuordnen und dadurch erlangen wir Verhaltenssicherheit. Wenn wir also einer neuen Person begegnen, dann wissen wir in Sekundenschnelle, wie wir diese Person einzuordnen haben und wie wir uns ihr gegenüber verhalten sollen. Sprachlich äußert sich das dann häufig so: "Der sieht nicht so aus, als ob er Das-und-Das machen würde....". Woher nehmen wir also diese Anmaßungen, zu denken, so etwas beurteilen zu können? Wir kennen den Anderen doch gar nicht!

In der Natur geschieht jedoch nichts zufällig. Und so waren schon immer bestimmte physikalische Kräfte in der Evolution für die Formbildung von Mensch, Pflanze und Tier verantwortlich. Dieses Wissen ist in unserem Unterbewußtsein gespeichert und je nach individuellem Talent zur Menschenkenntnis sind solche Vorurteile dann sogar mehr oder weniger stimmig.

Die Kräfte, welche die Formen bilden, waren schon immer vorhanden. In China kennt man die Lehre der Formenausdruckskunde, also die Physiognomik, und deren Deutung schon seit Jahrtausenden. Die Physiognomen versuchen, sich dieses alte Wissen durch gründliche Forschungen und Beobachtungen wieder bewußt zu machen, um es im zwischenmenschlichen Umgang sinnvoll anwenden zu können.

Die 3 Grundnaturelle nach Carl Huter

 Empfindungs-
Naturell

Bewegungs-
Naturell

 Ernährungs-
Naturell

Ausgehend von den Kräften, welche die Formen bilden, hat Huter den Menschen verschiedene Naturelle zugeordnet. Jedes Naturell läßt sich mit bestimmten Eigenschaften beschreiben. Natürlich kommen diese Naturelle in Reinform eigentlich nicht vor, sondern immer Mischformen. Dadurch wird unsere Welt so bunt und vielfältig, denn jeder Körperteil kann von einem anderen Naturell stammen, ja sogar meist noch in sich eine Mischung der verschiedenen Naturelle darstellen. Das führt widerum zu unterschiedlichen Aussagen bei der Interpretation. Um die Formen richtig charakterisieren zu können muß der gewissenhafte Physiognom viele Jahre lang diese Lehre studieren. Manche Felder sind bis heute noch ungenügend oder gar nicht erforscht. In diesen Bereichen können aufgrund des derzeitigen Wissenstandes keine Aussagen getroffen werden.

Die Physiognomik will also vorschnelle Urteile (Vorurteile) vermeiden. Vielmehr soll der Kundige fähig sein, sich anhand seines fundierten Wissens ein liebevolles, objektives Bild seines Gegenübers zu machen.

Was ist Psycho-Physiognomik?

Definition des Begriffes: Psyche ist die Seele, Physis ist der Körper, Gnomon ist der Kenner.

Psycho-Physiognomik ist ein System, welches die Lebens- und Seelenausdruckskunde mit Körperformen und Ausstrahlung verbindet.

Theologen, Psychologen, Pädagogen und Heilkundige sind auf der Suche danach, was die Seele des Menschen ist. Die Physiognomen versuchen mit Hilfe der Psycho-Physiognomik zu verstehen, was uns die Ausdrucksformen, in denen sich alles Lebendige gestaltet, sagen wollen und welche seelischen Bedürfnisse sich dahinter verbergen.

Die Psycho-Physiognomik ermöglicht uns Körperbau, Gesichtsausdruck und Mimik, Augenausdruck und Gestik als Information zu erkennen und zu interpretieren, unser Gegenüber in seiner Ganzheit zu erfassen.

Die Psycho-Physiognomik will die Sprache des menschlichen Antlitzes, das ein Ausdruck der lebendigen Seele ist, verständlich machen, sie ist also eine fundierte Form der Menschenkenntnis.

Die Psycho-Physiognomik bedarf der sensiblen Betrachtung und Einfühlung in den Menschen, um diesen in seiner ganzen Wesenheit liebevoll zu erfassen. So werden uns viele Fragen nach dem "Warum ist unser Gegenüber so?" beantwortet.

- Warum ist uns ein Mensch sympatisch / unsympatisch?
- Wie kann ich meine Schwächen / Stärken akzeptieren, wo liegen meine Blockaden, wo meine
  Begabungen und Talente?
- Krankheitserkennung (jedes Organ, jeder Stoffwechsel hat sein Ausdrucksareal, jede
  Reizverarbeitung hinterläßt Spuren).

Carl Huter ist davon ausgegangen, daß alle Energien, kosmische wie irdische, den Menschen formen. Die Haut ist dabei die Membran, die auf alle inneren und äußeren Reize reagiert und diese widerspiegelt.

Wie bei einem Samenkorn wird ein genetisches Programm aktiviert, welches über verschiedene formbildende Energien eine Gestalt wachsen läßt. Die Umwelt wirkt dabei prägend. Beim Getreide sind das Wetter, Wind und Boden. Beim Menschen Elternhaus, Schule, enge Freundschaften und Beziehungen oder auch Klimazonen.

Diese Formelemente sind als Projektionen der Psyche im Gesicht (Auge, Mund, Ohren, Nase, Stirn, Kinn und Kiefer) und in der Mimik zu interpretieren. Carl Huter hat dieses Wissen in ein Lehr- und Lernsystem zusammen gefaßt.

- Die Nase und die physiognomische Erklärung für den Willen zur Selbstverwirklichung
- Der Mund als Hinweis auf die Psycho-Somatik
- Das Kinn, Impulskraft und Selbstwertgefühl
- Die Ohren und die Tiefenschichten unseres Wesens
- Die Kraftrichtungsordnungen, der Mensch im Kräfteverhältnis der Energien
- Patho-Physiognomie: Organausdruckszonen im Gesicht
- Der Hinterkopf und die unbewußten Antriebe vom Familientrieb bis zum Selbstwertgefühl

Die Physiognomen studieren also nicht nur Psychologie, Anatomie, Physiologie, Kunst und Kultur des Menschen in einer umfassenden Anthropologie, sondern nehmen auch die Bedeutung seiner Erscheinung zu einer umfassenden Menschenkenntnis.

Die Achslagen am Kopf

Jetzt die aktuellen Seminartermine abrufen und anmelden!!!


Letzte Änderung 2000-09-17